Dr. iur. Wilfried Krebs
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-GmbH

Steuernews für Ärzte

Aufklärung über Abwandern einer Spirale in den Bauchraum

Beratungsgespräch zwischen Ärztin und Frau

Ausgangslage

Im konkreten Fall wurde bei einer Patientin eine Spirale zur Dauerempfängnisverhütung lege artis eingesetzt. Die Spirale wanderte jedoch in den Bauchraum, verwuchs dort mit dem Dünndarm und musste letztendlich auch operativ entfernt werden. Die klagende Patientin begehrte Schadenersatz.

Rechtliche Würdigung

Aufgrund des Behandlungsvertrages muss der Arzt die Patientin über mögliche Gefahren und Folgen der medizinischen Leistung aufklären. Für die nachteiligen Folgen einer unzureichenden Aufklärung haftet der Arzt selbst dann, wenn ihm bei der Behandlung – wie im vorliegenden Fall – kein Kunstfehler unterlaufen ist, es sei denn, er beweist, dass der Patient auch bei unzureichender Aufklärung in die Behandlung eingewilligt hätte.

Im gegenständlichen Fall wurde dies jedoch gar nicht behauptet. Jedenfalls muss der Arzt immer über typische Risiken aufklären, die auch im Falle einer lege artis Behandlung nicht immer vermeidbar sind und die geeignet sind, die Entscheidung des Patienten zu beeinflussen.

Das Erstgericht wies die Klage ab. Vom Berufungsgericht wurde das Abwandern der Spirale als typisches Risiko gesehen, über welches daher auf jeden Fall aufzuklären ist.

Stand: 25. Februar 2019

Bild: Udo Kroener - Fotolia.com

Datenschutz
Dr. iur. Wilfried Krebs Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-GmbH work Rochusgasse 4 5020 Salzburg Österreich work +43662844416 fax +436628481019 http:/www.wtkrebs.com/
Atikon work Kornstraße 15 4060 Leonding Österreich work +43732611266 fax +4373261126620 http://www.atikon.com/ 48.260229 14.257369